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Wie ich zu meinem Porsche 944 kam… Teil 1

In der kommenden dreiteiligen Serie erzähle ich Euch, wie ich zu meinem 1986er Porsche 944 kam, was es mit einer kleine Holzmaus auf sich hat und wie mich meine erbliche Porsche-Manie auf eine Odysee führte…


Aufgewachsen auf der Pascha-Rückbank im 924 meines Vaters wurde ich bereits mit dem Porsche-Virus infiziert, bevor ich laufen konnte. Ob auf Ausfahrten ins Eiscafé, in den Urlaub oder einfach nur zur Schule, der 924 in Zweifarbenlackierung war der geliebte Begleiter unserer Familie. Gekauft hatte ihn mein Vater im Jahr 1983 aus erster Hand. Vollausstattung, Targadach, Zweifarbenlackierung in diamantsilber - heliosblau, Pascha-Interieur, Sportpaket, Turbo-Felgen. Ein absolutes Traumauto. Aber wie das im Leben eben so läuft, trennten sich die Wege irgendwann. Anfang der 2000er Jahre wurde das mittlerweile deutlich in die Jahre gekommene Familienmitglied verhökert. 500€, an den Porsche-Schlachter im Nachbardorf...

Fast forward >> 16 Jahre später.

Meine erblich bedingte Porsche-Manie nimmt mittlerweile extreme Züge an. Die Familie findets lustig, die Freundin nervig. “Immer geht’s nur um Porsche”. Ich bin auf der Suche nach einem Eigenen. Am besten ein 924, wie der Vater damals. Aber eben genau so einen! Obs so ein Modell nochmal gibt, mit der Ausstattung und Farbkombination? Unwahrscheinlich… Ob’s das Auto vom Vater noch gibt?! Wahrscheinlich nicht. Aber fragen kostet ja bekanntlich nichts. Ich rufe bei dem Schrauber an, der ihn damals erworben hat. Die originale Turbo-Haube mit NACA-Lufteinlass hat er versetzt, ebenso die schönen Felgen. Das Auto hat er verkauft, wieder in ein anderes Nachbardorf. Die Kontaktdaten des Käufers rückt er bereitwillig raus, er nimmt wahrscheinlich den leicht sentimentalen Unterton wahr, als ich ihm mein Anliegen schildere.

Nächster Anruf. Es meldet sich ein örtlich bekannter Kiesbetthändler. “Komm am besten vorbei”. Die  Hoffnung steigt, ich setze mich in meinen Golf IV und fahre los. 15 Minuten später stehe ich in einer Scheune hinter dem Kiesplatz, umringt von mehreren 924, 944 und einem 996 Cabrio (wie der wohl hier gelandet ist?). Ich wähne mich im Transaxle-Himmel (auch weil viele der geparkten Autos aussehen, als wären sie schon tot). Leider aber nichts zu sehen vom heiligen Gral. “Den hab ich verkauft.” Um Gottes Willen. “Wann war das?” – “Letztes Jahr, zusammen mit einer Schrauberhalle, in der noch zwei weitere 924 stehen” – “Und wie heißt der Typ?”

Hm, kommt mir bekannt vor. Ist ja eine Kleinstadt, man kennt sich. Auf Nachfrage bei meinen Eltern kommt die Antwort meiner Mutter: “Ja klar, das ist ein alter Schulkollege von mir!”

– Fortsetzung folgt…


Jonas

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